Mit dem WattNavi Photovoltaik-Amortisationsrechner kannst du die einfache Amortisation einer PV-Anlage berechnen und grob abschätzen, nach wie vielen Jahren sich die Investition über vermiedene Stromkosten und Einspeiseerlöse rechnerisch bezahlt macht.
Photovoltaik-Amortisation grob berechnen
Berechne eine einfache statische Amortisationsdauer aus Investition, Jahresertrag, Eigenverbrauch, Strompreis, Einspeisevergütung und laufenden Kosten.
Was der Rechner berücksichtigt
Die einfache statische Rechnung nutzt sechs Eingaben: Investitionskosten, Jahresertrag, Eigenverbrauchsquote, Strombezugspreis, Einspeisevergütung und laufende jährliche Kosten.
So funktioniert die Rechnung
Der selbst verbrauchte Solarstrom wird mit dem eingegebenen Strombezugspreis bewertet. Der übrige Solarstrom wird mit der eingegebenen Einspeisevergütung bewertet. Davon werden die laufenden Kosten abgezogen.
Jährlicher Netto-Vorteil = Eigenverbrauch × Strompreis + Einspeisung × Vergütung − laufende Kosten
Die einfache Amortisationsdauer ergibt sich anschließend aus:
Investitionskosten ÷ jährlicher Netto-Vorteil
Warum musst du die Einspeisevergütung selbst eingeben?
Der Vergütungssatz hängt unter anderem von Inbetriebnahmezeitpunkt, Anlagengröße und Vergütungsmodell ab. Deshalb hinterlegt WattNavi bewusst keinen Wert als vermeintlich dauerhaft gültige Zahl. Der voreingestellte Wert im Rechner ist nur ein Rechenbeispiel.
Trage für eine echte Planung den aktuell für deine konkrete Anlage geltenden Satz ein.
Woher kommt der Jahresertrag?
Wenn du noch keinen belastbaren Jahresertrag hast, kannst du ihn zuerst mit dem PV-Ertragsrechner abschätzen. Für eine standortbezogene Simulation ist PVGIS ebenfalls sinnvoll.
Was bedeutet Eigenverbrauchsquote?
Die Eigenverbrauchsquote zeigt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Wenn deine Anlage 8.000 kWh produziert und du davon 2.400 kWh selbst verbrauchst, liegt die Eigenverbrauchsquote bei 30 Prozent.
Warum ist Eigenverbrauch wirtschaftlich wichtig?
Selbst verbrauchter Solarstrom ersetzt Strom, den du sonst zum Haushaltsstrompreis einkaufen würdest. Deshalb kann eine höhere Eigenverbrauchsquote die Wirtschaftlichkeit verbessern. Wie stark, hängt von Strompreis, Einspeisevergütung, Verbrauchsprofil und Anlagenkosten ab.
Welche laufenden Kosten gehören hinein?
Du kannst zum Beispiel erwartete Kosten für Versicherung, Monitoring-Dienste, Wartung oder einen anteiligen Rücklagenbetrag eintragen. Kleine Anlagen können auch geringe laufende Kosten haben; der Wert ist deshalb frei wählbar.
Was bedeutet „statischer Saldo nach 20 Jahren“?
Der Rechner multipliziert den aktuellen jährlichen Netto-Vorteil mit 20 und zieht die Anfangsinvestition ab. Das ist nur eine Vergleichsgröße.
Der Wert berücksichtigt bewusst keine Änderung von Strompreisen, Vergütung, Inflation, Finanzierung oder Reparaturen.
Welche Faktoren fehlen in einer statischen Rechnung?
- Finanzierungszinsen
- Inflation und Zeitwert des Geldes
- spätere Reparaturen
- Wechselrichtertausch
- Moduldegradation
- Änderungen des Strompreises
- Steuerwirkungen im individuellen Fall
- Änderung des Verbrauchsprofils
- Batteriespeicher-Kosten und -Verluste
PV-Anlage finanzieren: Was der Rechner nicht abbildet
Der Rechner behandelt die Investitionskosten als einmalige Ausgabe. Kreditrate, Sollzins, Laufzeit und Tilgungsverlauf werden nicht als eigener Finanzierungs-Cashflow modelliert. Bei einer finanzierten PV-Anlage solltest du deshalb den jährlichen PV-Vorteil separat mit den tatsächlichen Kreditkosten vergleichen.
Wichtig: Trage nicht einfach die komplette Kreditrate zusätzlich als laufende Kosten ein, wenn die finanzierten Anschaffungskosten bereits vollständig bei den Investitionskosten stehen. Sonst würdest du dieselbe Ausgabe teilweise doppelt berücksichtigen. Für eine belastbare Finanzierungsrechnung ist eine detaillierte Cashflow-Betrachtung sinnvoll.
Beispiel: Warum zwei gleiche PV-Anlagen unterschiedliche Amortisation haben
Zwei Häuser können dieselbe 8-kWp-Anlage und denselben Jahresertrag besitzen. Wenn Haushalt A tagsüber viel Strom verbraucht und Haushalt B fast alles einspeist, können sich die jährlichen finanziellen Vorteile trotzdem deutlich unterscheiden.
Deshalb ist eine pauschale Aussage wie „PV amortisiert sich immer nach X Jahren“ nicht seriös.
Was solltest du bei Batteriespeicher beachten?
Ein Speicher kann die Eigenverbrauchsquote erhöhen, verursacht aber zusätzliche Anschaffungskosten und Umwandlungsverluste. Für die Wirtschaftlichkeit sollte deshalb nicht nur der höhere Eigenverbrauch, sondern auch die zusätzliche Investition betrachtet werden.
Für kleine Steckersolar-Systeme gibt es separat den Balkonkraftwerk-Amortisationsrechner.
Welche Strompreise solltest du eingeben?
Nutze den tatsächlichen Arbeitspreis deines Stromtarifs als Ausgangspunkt. Grundpreise sollten nicht einfach vollständig als vermiedene Kosten angesetzt werden, weil sie normalerweise auch mit PV-Anlage weiter anfallen.
Wann ist die Rechnung besonders nützlich?
- zum Vergleich zweier Angebote
- zum Test verschiedener Eigenverbrauchsquoten
- zum Vergleich mit und ohne Speicher
- um zu sehen, wie stark Strompreis und Einspeisevergütung wirken
- als Plausibilitätsprüfung vor einer detaillierten Wirtschaftlichkeitsrechnung
Wann reicht dieser Rechner nicht aus?
Bei Finanzierung, steuerlichen Sonderfällen, großen Gewerbeanlagen oder komplexen Investitionsentscheidungen solltest du eine detaillierte Cashflow-Rechnung verwenden. Dann sind auch Inflation, Kapitalkosten, Degradation und Ersatzinvestitionen relevant.
Weitere WattNavi Rechner
PV-Ertragsrechner · Stromkosten-Ersparnis-Rechner · Balkonkraftwerk-Ertragsrechner
Alle WattNavi Rechner ansehen →